Fusionswelle in der Finanzbranche (09/2008 Süddeutsche Zeitung: Stellungnahme four-quarters)
„Banken entdecken den Verbraucher”
Bei den Geldkonzernen sind vor allem Vermögende begehrt. Die Konsumentenschützer warnen: die Beratungsqualität sinkt.
Von Markus Zydra
Frankfurt – Bei der Neuordnung der deutschen Finanzbranche gibt es einen eindeutigen Trend: Die Kreditinstitute entdecken die Privatkunden. Mit dem Kauf der Postbank zieht nun – neben der Commerzbank – auch die Deutsche Bank in den Kampf um die Privatkundschaft. Experten befürchten eine schlechtere Bankberatung.
Mit den neuen Großbanken könnte sich für die deutsche Privatkundschaft einiges verändern – nicht nur zum Guten. „Die Beratungsqualität kann sich weiter verschlechtern, denn die Bankberater müssen schnell zum Verkaufsabschluss kommen“, sagt Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management. „Künftig wird eine noch höhere Mündigkeit des Anlegers erforderlich sein.“ Die Commerzbank und die Deutsche Bank wollen künftig den Privatkundenmarkt noch stärker erschließen. Die Deutsche Bank wird die Postbank als Vertriebskanal für ihre Produkte nutzen, die Commerzbank integriert die Dresdner Bank. Das Geschäft lohnt sich, es gibt zweistellige Renditen. „Alle großen deutschen Banken machen im Privatkundengeschäft derzeit eine Vorstierrendite von 30 Prozent. Das ist sehr lukrativ“, sagt Dieter Hein, Partner des unabhängigen Analysehauses Fairesearch. Das Privatkundengeschäft in Deutschland ist nun hart umkämpft. Jahrelang hatten die privaten Großbanken das Kleinkundengeschäft vernachlässigt. Vor allem das Investmentbanking erschien lukrativer. Mit der Finanzkrise und de, Abschwung begann sich das Blatt zu wenden. Privatkunden und deren Einlagen sind wichtig geworden für die Refinanzierung der Institute. Kundeneinlagen sind die sicherste und billigste Art dies zu tun, weil private Kunden ihre Gelder selten abziehen. Genossenschaftsbanken und Sparkassen haben im Wettbewerb enorme Größenvorteile, doch der Unterhalt des Filialapparats mit Personal, Technologie und Immobilien ist bei allen Wettbewerbern sehr teuer. Damit erhöht sich der Verkaufsdruck auf die Mitarbeiter. Kleinkunden, die ein stundenlanges Beratungsgespräch wünschen, um 2000 Euro in einen Aktienfonds zu stecken, sind kaum profitabel. Schließlich verbleiben für die Bank nur 100 Euro Abschlussgebühr plus höchstens 20 Euro jährlich an Vertriebsfolgeprovision. Das deckt die Personalkosten nicht. „Diese Klientel mit wenig Kapital wird deshalb mit Standardprodukten schnell abgespeist werden“, prophezeit Faust. „ Der Spagat aus guter Beratung und Absatzdruck ist zu groß“, warnt der Experte.
Schon jetzt sind häufige Telefonanrufe der Berater und Wurfpost mit Produktangeboten für Altersvorsorge, Versicherungen und Kredite die Regel. Diese seit Jahren zunehmende Drückermentalität der Branche hat die Beratungsqualität vielerorts verschlechtert. Viele ältere Bankberater steigen aus und machen sich selbständig. „Die Ausbildung zum Bankkaufmann ist am Produktverkauf orientiert, und nicht mehr an der Finanzberatung“, sagt Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Es gibt ein Vertrauensdefizit“, heißt es in dem Bericht „Reconnecting for Profit“. Die Berater würden vor allem als Produktverkäufer wahrgenommen. „Ihren Empfehlungen wird oft mangelnde Objektivität und fehlende Expertise unterstellt“, so das Ergebnis.
Diese Beratungsmisere erleben auch weniger vermögende Kunden. „Familien mit einem Vermögen von 500 000 Euro bis drei Millionen Euro fühlen sich in deutschen Banken schlecht betreut“, sagt ein Unternehmensberater, der ungenannt bleiben will, um Kundenbeziehungen nicht zu gefährden. „ Bislang leben die Banken davon, dass die meisten Kunden nicht merken, wie schlecht sie beraten werden“, sagt Nauhauser, der eine Honorarberatung empfiehlt – hier bezahlt der Kunde direkt für unabhängige Informationen. „Doch die Kundschaft wacht langsam auf“, sagt der Verbraucherschützer.“
Und genau hier setzt die Wirtschaftssozietät four-quarters an! Ehemalige Bankberater-/leiter, Betriebswirte und Berater aus Strukturvertrieben, die die „Drückerkultur/ Verkaufskultur“ als negativen Gegenpart zur Beratung sehen und damit zutiefst ablehnen, haben sich zusammengetan um traditionelle Werte mit moderner Technik und soliden Produkten wieder zu einer kundenorientierten Beratung zu formen. Hierbei sind die Kunde und nicht börsennotierte Konzerne der Gewinner der Beratung.
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Mit freundlichen Grüßen
Four-quarters / Konzentration auf das Wesentliche!