Trotz strahlendem Sonnenschein fanden sich vergangenen Dienstag (16.06.) 20 interessierte Zuhörer im Kleecenter in der Kleestraße in Nürnberg ein, um mehr zum Thema Existenzgründung zu erfahren und wertvolle Tipps nach Hause zu nehmen. Nach den einleitenden Worten von Sebastian Frick (persönlicher Referent des Landtagsvizepräsidenten Jörg Rohde) entwickelte sich sehr rasch eine lebhafte Diskussion. Die drei Teilnehmer Johannes Mielewczyk (Experte der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg), Florian Roski (MBA, Existenzgründercoach) und Peter Weinlich (Bundestagskandidat für Nürnberg Süd und Schwabach und selbst erfolgreicher Existenzgründer) schilderten den Zuhörern zuerst ihre eigenen Erfahrungen mit diesem aktuellen Thema bevor sie über die Chancen und Risiken des Existenzgründerdaseins diskutierten.
Roski beschrieb dabei den Typus „erfolgreicher Existenzgründer“ anhand dreier grundlegender Eigenschaften:
1. Positive Denkweise: Optimistisch und lösungsorientiert.
2. Selbstbewusstsein: Man muss die eigene Leistung bzw. Leistungsstärke proaktiv, offen und selbstbewusst vertreten.
3. Hervorragende Branchenkenntnis.
Im weiteren Verlauf kristallisierte sich relativ schnell heraus, dass alle drei Diskutanten ähnliche Probleme und Herausforderungen für Existenzgründer sehen. Die aus der Diskussion entwickelten Forderungen zur Verbesserung der Situation von Existenzgründern lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Fördermöglichkeiten attraktiver gestalten, z.B. Gründerzuschuss nicht nur für Arbeitslose, sondern auch für Menschen, die sich aus einer bestehenden Beschäftigung heraus oder nach dem Studium selbständig machen.
2. Das Ansehen des Unternehmertums fördern. Der Unternehmergedanke sollte v.a. auch in Bildungseinrichtungen stärker gefördert werden.
3. Nicht nur das finanzielle Risiko mindern, sondern auch die Gefahr, bei einem Scheitern als Versager abgestempelt zu werden. Hier sollte vielmehr die Tatsache, dass man etwas versucht und dazugelernt hat, besser von der Gesellschaft gewürdigt werden.
4. Mehr Studien zu Existenzgründungen, und zwar zu Kleinunternehmern. Dies wird von den Unis noch vernachlässigt.
Doch auch wenn diese Reibungspunkte (noch) nicht beseitigt werden, kann der Existenzgründer in der Krise bestehen. Laut Weinlich kann es sein, dass er zwar mehr als sonst kämpfen muss, mehr Werbung machen muss, mehr Gespräche führen muss etc., aber davon profitieren kann, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder normalisiert. Auch die Übernahme eines bestehenden Unternehmens stellt laut Mielewczyk eine große Chance dar, da viele Unternehmer keine Nachfolger finden. Der Vorteil ist ein bestehender Kundenstamm, allerdings wird in den meisten Fällen eine Ablösezahlung erwartet.
Nach einem charmanten Schlusswort von Dr. Christiane Alberternst (Dipl. Psychologin und Stadträtin in Nürnberg) wurde die Gelegenheit genutzt, Networking zu betreiben – eine nicht mehr wegzudenkende Disziplin, die gerade für Existenzgründer unerlässlich ist. Neben vielen Fragen, die in Einzelgesprächen beantwortet wurden, konnte so der ein oder andere nützliche Kontakt geknüpft werden.
In kürze finden Sie hier eine Zusammenfassung der wichtigsten und interessantesten Beiträge der Diskussion auf Video.
